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Abschied und Start in einen neuen Lebensabschnitt

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Der Wunsch die weite Welt zu entdecken äusserte sich schon ziemlich früh in meinem Leben. Die Neugier mit andere Kulturen, Traditionen, Weltanschauungen in Berührung zu treten war schon seit klein auf sehr gross und stark ausgeprägt. Zwar hatte ich bereits das Privileg diverse Länder auch auf anderen Kontinenten zu bereisen, doch allerdings nie über einen unbestimmten Zeitraum lang. Die Neugier wurde geweckt und der Drang loszuziehen, von Zeit zu Zeit grösser. Es stellte für mich vor allem ab die Frage nach dem geeigneten Zeitpunkt dieses Vorhaben zu realisieren.


In Dankbarkeit gegenüber Nanook möchte ich etwas ausholen, welche Gedanken mich in Bezug auf das Reisen begleitet haben. Ursprünglich wollte ich nämlich unter anderem mit dieser prächtigen Fellnase, dem Vierbeiner, welcher mich acht Jahre seines Lebens begleitet hatte, losziehen. Für mich gab es nichts Schöneres, als mit diesem wundervollen Wesen unterwegs zu sein. Insbesondere im Grünen, in unberührter Natur, in den Weiten und tiefen der Landschaften. Leider wollte es in seinen letzten Jahren seiner Lebenszeit jedoch nicht mehr dazu kommen. Seine Altersschwäche hätten ihn das Reisen nicht mehr so geniessen lassen können. Also entschied ich mich entschlossen ihn bis zu seinem letzten Atemzug in Ehre und Würde gehen lassen zu können, beziehungsweise ihm sein Dasein seinen Bedürfnissen gerecht zu gestalten. Ohne mir zuliebe, noch solche Strapazen durchs Unterwegssein in Kauf nehmen zu müssen. Folglich blieb ich bis mein Seelenfreund über die Regenbogenbrücke gegangen war im Lande.


Vier Monate später nachdem mein treuer Begleiter ins Jenseits wanderte, ging für mich meine Reise mit dem Fahrrad los. Für mich kristallisierte sich heraus, dass ich die Zeit ohne von einem Tier wie die letzten 24 Jahre begleitet zu werden, fürs alleinige Reisen in unterschiedlichen Kulturen und insbesondere Vegetationszonen nutzen müsse. Einerseits, aufgrund dessen, dass in jedem Land eigene Einreisebestimmungen für Vierbeiner gelten und andererseits, weil es die Temperaturen für die Fellnasen nicht besonders erlauben, sich in unterschiedlichen aufeinanderfolgenden Klimazonen aufzuhalten. Sei es aber auch, um sich flexibel bewegen zu können , respektive keine Rücksicht wie sonst gerne nehmend machen zu müssen. Ganz geschweige denn aufgrund den kulturellen Aspekten, die ein Durchstreifen eines Landes, für Spezies, die sich als Tiere halten, sich teilweise nicht besonders attraktiv gestalten täten.


Nanook hinterliess eine grosse Lücke in meinem Leben und für mich war glasklar, dass ich meine sieben Sachen packen müsse um mich in die weite Welt zu begehen. Er inspirierte mich in jenster Weise und die letzte Energie meinerseits, nutzte ich, um den Impuls für den Start meines neuen Lebensabschnitts zu nutzen.





Zu diesem Zeitpunkt überraschte mich und einen Grossteil unserer Nachbarsländer, eine gewaltige Kältewelle. Die Temperaturen in den Nächten fielen auf -14 Grad. Unvorstellbar zu solchen Bedingungen auf zwei Rädern Strecken zurück zu legen und dazu noch im Zelt zu übernachten. Vor allem ab, wenn die Covid-19 Bestimmungen es nicht erlauben, sich in öffentlichen Räumlichkeiten etwas aufzuwärmen. Den ganzen Tag draussen zu sein, sich physisch wie auch psychisch an die eigenen Grenzen ranzutasten und abends sodann in eisiger Kälte ein Lager aufzuschlagen, scheint ohne Eingewöhnungszeit einfach zu viel zu sein.


Wohl oder übel entschied ich mich mit dem Zug bis ins etwas wärmere Tessin im Süden zu katapultieren. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, schliesslich wollte ich doch so sehr von unseren eigenen zu Hause aus in die Pedale treten. Doch anstatt die Abreise aufgrund den tiefen Minusgraden weiter hinauszuzögern, bin ich sodann halt von Lugano aus aufs Rad gestiegen. Dies ermöglichte uns einen kleinen Vorsprung und gleichzeitig auch den Start innerhalb des Landes.


Der Tag des Starts war gekommen.


Aufgrund den aller letzten Vorbereitungen kam ich persönlich gerade mal zu 4 Stunden Schlaf. Dieses und jenes wollte ich doch noch geregelt haben, bevor ich keine Gelegenheit mehr dazu fände. Letztlich darf ich zugestehen, dass es stets wie auch überall Verbesserungspotiental geben könnte, würde danach gesucht werden. Irgendwann muss jedoch ein Punkt gesetzt werden und mensch muss lernen, es gut sein zu lassen. Den die wichtigsten materiellen Anschaffungen und Erledigungen wie beispielsweise die bürokratischen Angelegenheiten und alles rund um das Fahrrad konnte ich mit gutem Gewissen abhäkeln. Das schien mir abgesehen des Abschiednehmens des engsten Kreises am Wichtigsten zu sein.


Die offizielle Abmeldung in der Schweiz war für mich an und für sich schon ein wichtiges Ereignis, das mir das Näherrücken des Starts stärker spüren liess. Hingegen der persönliche Abschied meines engsten Kreises und insbesondere der meiner Mutter liessen es mich nicht nur stärker spüren, sondern auch emotional sehr nahe gehen.


Hätt ich doch meine Liebsten einfach mit auf meiner Reise - wenn es doch nur so einfach wäre...



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